Biologen fordern, Jäger im Kampf gegen den Waschbären zu unterstützen
In einem Positionspapier zum Waschbären fordern Biologen der Goethe-Universität Frankfurt a.M. mit deutlichen Worten eine verschärfte Bekämpfung des Waschbären. Die Mitarbeiter des Projekts ZOWIAC (Zoonotische und wildtierökologische Auswirkungen invasiver Carnivoren) verweisen auf die vielfältigen negativen Auswirkungen von Waschbären auf heimische Arten und Ökosysteme. Trotzdem sind die possierlichen Tiere bei vielen Menschen beliebt und werden teilweise sogar regelrecht angefüttert. Ursprünglich stammt der Waschbär aus Nordamerika, wurde aber in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts in Nordhessen ausgesetzt und verbreitet sich seitdem mit zunehmender Geschwindigkeit in weiten Teilen Deutschlands. Aktuelle Schätzungen vermuten einen Bestand von 1,6 bis 2 Millionen Tieren in Deutschland.
Die Autoren des Positionspapiers sehen bei der notwendigen Eindämmung der invasiven Art nicht nur die privaten Jäger in der Pflicht. Diese müssten vielmehr umfassend unterstützt werden. Neben umfassender Aufklärung der Bevölkerung schlagen die Biologen auch ein Prämienmodell oder eine gezielte Förderung vor, die sowohl den Aufwand anerkennt als auch einen spürbaren Anreiz schafft, sich noch stärker als bisher in dieser „Managementaufgabe“ zu engagieren.
Das Positionspapier kann auf der Homepage des ZOWIAC-Projekts der Goethe-Universität heruntergeladen werden.

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